Praktikum beim Fernsehsender Sky in München: 100% Empfehlung

Im Laufe des dritten Jahres und während der Prüfungszeit habe ich mich, wie die meisten anderen meiner Kommilitonen, gefragt, wie es nach der Fachakademie eigentlich weitergehen sollte. Da ich neben des Studiums in einem Kino arbeitete und mich eigentlich für alles, was mit Film zu tun hat, interessiere, beschloss ich, mein Glück beim Pay-TV Sender Sky Deutschland zu versuchen, so wie es eine FAK-Absolventin ein Jahr vor mir bereits getan hatte. Allein mein Bewerbungsgespräch verlief mehr als positiv, da man viel über Filme und Serien sprach, wobei mein Job im Kino eine perfekte Grundlage für Gesprächsstoff bot. Ein Tipp am Rande, sollte sich jemand für Sky interessieren: erwähnt unbedingt, dass ihr einen Workshop „Untertitelung“ bei Jorge Diaz-Cintas hattet!

Die Woche nach der Abschlussfeier ging es also für mich dann schon los in Unterföhring bei München, oder besser gesagt, in der dortigen Medienallee, in der sich ein Fernsehsender an den anderen reit. Die erste Arbeitswoche gestaltet sich eher ruhig, da man für die meisten Ordner und Daten auf seinem Computer noch keine Zugangsberechtigung hat und somit die ersten Tage damit verbringt, bei den Tonaufnahmen mit im Tonstudio zu sitzen und beim Voice-Over der verschiedenen Dokus über die Schultern des Redakteurs und des Tonmeisters zu blicken und die Bekanntschaft von Sprechern zu machen, deren Stimmen man zum Teil aus Funk und Fernsehen kennt, wie zum Beispiel die neue deutsche Stimme von Homer Simpson.

Aber hat man erstmal seinen Zugang zu allen notwendigen Daten, beginnt auch schon das richtige Praktikum. Den ersten Monat verbringt man hauptsächlich damit, bei den Tonaufnahmen dabei zu sein, wobei man immer mehr auch selbst die Verantwortung übernehmen darf und damit anfängt, die Skripte zu markieren. Das Markieren der Skripte ist wichtig, damit Sprecher und Redakteur gleich wissen, welche Personen in dem gerade aufzunehmenden Projekt zu sprechen sind.

Nach einem Monat darf man auch endlich die Tonaufnahmen als Redakteur allein leiten sowie Skripte redigieren, sprich, gucken, ob das übersetzte, deutsche Skript mit dem übereinstimmt, was man im Bildmaterial sieht, bevor alles vertont wird. Des Weiteren ist man oft die erste Person, die eine Dokumentation sieht, seien es jetzt Sky-eigene Produktionen oder die von anderen Sendern, die keine eigenen Tonstudios haben und diese dann Sky damit beauftragen, ihr jeweiliges Filmmaterial ins Deutsche zu vertonen. Bei diesen Bildabnahmen guckt man sich alles nochmal an und gibt sein Urteil dazu ab.

Im Idealfall ist alles perfekt, ansonsten muss eventuell etwas nachvertont werden, wenn zum Beispiel etwas falsch ausgesprochen wurde bzw. einfach keinen Sinn ergibt. Und somit haben wir auch schon das perfektes Stichwort und ein Kompliment an Herrn Ganslmayr. Seien es jetzt die eigenen Praktikanten-Übersetzungen, Redigierungen oder die Sprachaufnahmen selbst, jedes Mal, wenn es irgendwo heißt „macht keinen Sinn“, ertönt in meinem Kopf ein Alarmsignal. Darüber hinaus erkennt man schnell, dass sich etwas besser anhört, wenn man die von Frau Guske oft angepriesenen deutschen Füllwörter wie „doch“, „ja“ oder auch „also“ einbaut.

Alles in allem war mein Praktikum bei Sky bisher sehr erfüllend und einfach wunderbar, und bei welcher Arbeit sonst spielt man mit seinen Kollegen Kicker, wenn es die Zeit zulässt. Zwar gibt es dafür oft auch Tage, an denen man etwas länger arbeitet, aber wenn sich für Filme, Serien und Dokus begeistern kann, sind es klasse sechs Monate. Außerdem macht sich natürlich auch der Name „Sky“ im Lebenslauf sehr gut.

Was mich betrifft, so führt mich mein Weg nun an den wohl ungewöhnlichsten Ort überhaupt, wobei hier schon gesagt sei, dass es eine mehr als spontane Entscheidung war, mich dort zu bewerben! Das Centro de Idiomas von VW, unserer Partnerschule in Puebla, Mexiko, wo ich als Deutschlehrer tätig sein werde. Da meine Zweitsprache seit der Realschule schon immer Französisch war und meine Spanischkenntnisse im besten Fall das Attribut „rudimentär“ verdienen, was wohl dem Sprachniveau A1 entspricht, waren meine Voraussetzungen eigentlich nicht unbedingt die besten. Doch scheinen Abenteuergeist und gute Kontakte immer eine gute Kombination zu sein! Da ich mit ein paar der Mexikaner, die als Austauschschüler am IFB waren, als ich noch die BFS II absolvierte, einen recht guten Kontakt gepflegt habe bzw. immer noch pflege, hatte ich vor Ort glücklicherweise oder zufälligerweise, je nachdem wie man es nimmt, jemanden, der für mich ein gutes Wort einlegte. Und so habe ich nun einen Job in einem Land, in dem ich die trump’sche Mauer von der anderen Seite aus betrachten darf. Da mein Vertrag erstmal über ein Jahr läuft, steht es zwar noch in den Sternen, wo ich danach arbeiten werde bzw, ob das weiterhin in Mexiko sein wird, aber eins ist schon mal sicher: „Travelling broadens your horizons“, wie es schon so schön in einem der Texte von Herrn Dorman heißt.

Überlegt nicht lange, bewerbt Euch!

Marco Lippke 

 

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