Ausbildungsverlauf

Der Berufsabschluss "staatlich geprüfter Fremdsprachen-korrespondent" ist in Bayern nur an Berufsfachschulen für Fremdsprachenberufe möglich. In einer zweijährigen intensiven Ausbildung werden die Schüler auf ihre spätere berufliche Praxis vorbereitet. Grundlage des Unterrichts sind Stundentafeln, Lehrpläne, Schulordnung und Prüfungsordnung, die vom Kultusministerium verbindlich für alle Schulen vorgeschrieben sind, so dass das hohe Niveau der Ausbildung und der Abschlussprüfungen gewährleistet ist.

A. Aufnahme

Aufnahmevoraussetzung für das 1. Schuljahr ist der Nachweis eines mittleren Bildungsabschlusses (Mittlere Reife der Realschule, Wirtschaftsschule oder des Gymnasiums; M-Zweig). Für die erste Fremdsprache (Englisch) sind Kenntnisse, die dem Abschluss der Mittleren Reife entsprechen, notwendig. Für die zweite Fremdsprache, bei der Sie zwischen Französisch und Spanisch wählen können, sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Belegung von Französisch für Schüler mit Vorkenntnissen ist natürlich auch möglich. Eine Aufnahmeprüfung ist nicht vorgesehen; entscheidend für die endgültige Aufnahme ist das Bestehen der Probezeit (1. Schulhalbjahr).


In das zweite Jahr der Berufsfachschule ist die Aufnahme unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  1. Abitur
  2. Fundierte Grundkenntnisse in Maschinenschreiben / Textverarbeitung
  3. Fundierte Grundkenntnisse in der zweiten Fremdsprache

(Bei einer Aufnahme ins zweite Jahr ist Rücksprache mit der Schulleitung erforderlich).

Für ausländische Schüler wird der Nachweis sehr guter Deutschkenntnisse verlangt (z.B. Kleines Sprachdiplom des Goethe-Instituts).

B. Ausbildungsverlauf

Die Dauer der Ausbildung beträgt zwei Schuljahre mit wöchentlich 30-32 Wochenstunden. Die Kernunterrichtszeit ist von 8:00 bis 14:00 Uhr. Die Ausbildung umfasst die erste und zweite Fremdsprache, das Fachgebiet Wirtschaft und Textverarbeitung. Verteilung der Stunden und Schwerpunkte ersehen Sie aus der Stundentafel (folgende Seite). Am Ende des ersten Schuljahrs wird ein Jahreszeugnis erteilt, das zum Vorrücken in Klasse 2 berechtigt.

Die Ausbildung wird am Ende des zweiten Schuljahrs mit der staatlichen Prüfung abgeschlossen (siehe unten). Nach dem Abschluss ist auch ein Übertritt an die Fachakademie für Fremdsprachenberufe möglich (Studium Übersetzer / Dolmetscher). Bei einem guten Abschluss kann der Eintritt ins 2. Jahr der Fachakademie erfolgen (Ausbildungsdauer 4 Jahre: 2 Jahre BFS, 2 Jahre FAK). In diesem Fall wird eine Aufnahmeprüfung abgehalten.

C. Staatliche Abschlussprüfung

Zeitpunkt ist das Schuljahresende des 2. Schuljahrs. Die Prüfungsaufgaben werden vom Bayerischen Kultusministerium erstellt. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Examensteil. Prüfer sind die Lehrkräfte der Schule, Prüfungsort ist Kempten.

D. Staatliche Förderungen 

1. Schulgeldersatz.

Allen Studierenden der Berufsfachschule wird aus öffentlichen Mitteln eine Rückvergütung der Studiengebühren (Schulgeldersatz gemäß Art. 47 des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes i. V. m. § 22 AVBaySchFG) in Höhe von Euro 80,00 bzw. 87,50 (ab 2012/13) pro besuchtem Unterrichtsmonat gewährt, soweit sie von staatlicher Seite keine Erstattung von Unterrichtsgebühren erhalten. Förderungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – BaFöG – stehen dem Schulgeldersatz jedoch nicht entgegen. Bei anderweitiger öffentlicher Förderung (z.B. Umschulung durch das Arbeitsamt) erhöht sich das Schulgeld um die Höhe des Schulgeldersatzes.

Dieser Schulgeldersatz wird mit den Unterrichtsgebühren verrechnet und ist bei dem monatlichen Schulgeld bereits abgezogen.

Wird die Ausbildung nicht aufgenommen bzw. vorzeitig abgebrochen, erhöht sich die dennoch zu entrichtende (Halb-)Jahresgebühr um den Schulgeldersatz für jeden nicht besuchten Unterrichtsmonat.

2. BAföG

Studierende der Fachakademie sind BAföG-berechtigt. Auskunft erteilt im individuellen Fall das Schulamt der Stadt Kempten (0831-25 25-364).

3. Im Rahmen einer Umschulung ist die Finanzierung der Ausbildung durch das Arbeitsamt unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Auskünfte erhalten Sie vom Arbeitsamt Ihres Wohnorts.

4. Steuerliche Absetzbarkeit

Schulgeld für Ersatz- und Ergänzungsschulen ist pauschal mit 30 v.H. als Sonderausgabe abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG). Voraussetzung ist, dass

  1. der Steuerpflichtige für das Kind einen Kinderfreibetrag erhält
  2. das Kind eine nach Art. 7 Abs. 4 GG staatlich genehmigte
    oder nach Landesrecht erlaubte Ersatzschule
    oder nach Landesrecht anerkannte allgemeinbildende Ergänzungsschule besucht.

 

5. Kostenfreiheit des Schulwegs

Die Schüler der Berufsfachschule des Instituts haben gemäß den im Gesetz über die Kostenfreiheit des Schulwegs vom 1.8.1986 geregelten Voraussetzungen Anspruch auf Kostenfreiheit des Schulwegs. Rückerstattungsanträge sind bei der zuständigen Behörde (Stadtverwaltung bzw. Landratsamt des Wohnsitzes) zu stellen.

E. Höherqualifizierung

Geeigneten Absolventen der Berufsfachschule steht der Übertritt in das erste oder – bei entsprechend gutem Abschluss – in das zweite Jahr der Fachakademie offen, so dass sie nach weiteren zwei bzw. drei Jahren die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer/Dolmetscher ablegen können. Im Abschlussjahr der Fachakademie ist es darüber hinaus möglich, die Ergänzungsprüfung zur fachgebundenen Fachhochschulreife im Fach Deutsch abzulegen. Bei entsprechendem Notendurchschnitt der Übersetzerprüfung könnte daran anschließend sogar die Ergänzungsprüfung zum "Bachelor Übersetzen" an der Fachhochschule für Angewandte Sprachen – Hochschule des SDI" in München abgelegt, d.h. ein akademischer Grad erlangt werden.

F. Zusatzqualifikationen

Im Zuge der zunehmenden Durchlässigkeit des Bildungssystems steht unseren Absolventen auch eine zweijährige Zusatz-Ausbildung am Staatsinstitut in München zum Fachlehrer für Englisch und Sport bzw. Kommunikationstechnik an Haupt- und Realschulen offen, wodurch Berufsfachschülern ein völlig neues Betätigungsfeld jenseits der klassischen Einsatzbereiche eröffnet wird.

 

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